DIE PRIVATKAPELLE DES „VATERS“
Aus einem Beitrag von „Escriba“, 1. März 2006

 

 

Oberes Bild: Der Eingangsbereich der Kapelle des „Vaters“ in der „Villa Tevere“, dem Zentralhaus des Opus Dei in Rom, Viale Bruno Buozzi 75


Man hat häufig von der Besessenheit gesprochen, mit der sich Escrivá mit Luxus umgeben hat. Die (unten abgebildete) Monstranz befindet sich am Zentralsitz des Werkes ist Rom und ist nach wie vor bei der Erteilung des feierlichen Segens in der Prälaturskirche in Gebrauch.

1960 reiste Escrivá für ein Anliegen der Universität von Navarra nach Pamplona, und nachdem er ein wenig bei einer Familie gekatzbuckelt hatte, die ihm Geld und Juwelen zum Geschenk gemacht hatte, verlangte er, dass sie sie ihm schenken. Die einzige mögliche Lösung war dass sie das Original durch eine Kopie ersetzen, mit falschen Steinen, denn der Vater hatte es sich in den Kopf gesetzt sie zu bekommen. Und so blieb es bis heute: In Aralar befindet sich die Kopie, in Rom das Original.

Unten: die erwähnte Monstranz mit einem Kranz von Brillanten. Geschätzter Wert vor 30 Jahren: 2 Millionen Dollar


Im Opus Dei gibt es verschiedene Mythen rund um das Heiligtum der „Privatkapelle des Vaters“; am berühmtesten und bestens bekannt ist die eucharistische Taube. Die Privatkapelle des Vaters, die offiziell „Kapelle der Allerheiligsten Dreifaltigkeit“ heißt und für den ausschließlichen Gebrauch durch Escrivá gedacht war, wurde 1957 geweiht. Als Tabernakel diente eine Taube aus Gold und Platin in Lebensgröße, mit ausgebreiteten Flügeln und einem Türchen auf der Brust. Sie hängt an dem Baldachin, der den Altar bedeckt.

1959 tauchte in Rom eine andere Taube auf, die ganz gleich ist wie die erste, aber reicher ausgearbeitet, und zwar mit 4800 (!) Edelsteinen. 3000 Diamanten sind auf den Flügeln und dem Hals verteilt und so mit Krallen befestigt, dass das von der Oberfläche reflektierte Licht die Steine zum Glitzern bringt. Die übrigen 1800 Steine sind Smaragde, Saphire, Rubine, Onyxe etc. Das Türchen ist aus Bergkristall, in den das Siegel des Werkes geschnitten ist. Man sieht also, dass für unseren Mann die Taube aus Gold und Platin von 1957 zu dürftig erschien und dass er eine andere bestellte. Die Taube von 1957 befindet sich jetzt in der Kapelle des Generalvikars.

Um diese kostspielige Laune Escrivás zu befriedigen, war eine ganze Reihe von Problemen zu lösen, aber der Vater hatte es verlangt, und man muss gehorchen, auch wenn es absurd ist. Von 1957 bis 1959 arbeitete ein großes Team von Goldschmieden, Juwelieren, Steinschneidern und Plastikern an diesem Stück, an da es vollkommen zu sein hatte, verwarf man es, die Edelmetalle nach der Technik der verlorenen Form zu gießen, da hier immer mikroskopisch kleine Poren bleiben, und entschied sich dazu zu meißeln, sei es bei der Formung von Gold oder von Platin. Dieser erstaunliche Tabernakel hängt seit 1959 an drei goldenen Ketten vom Baldachin der Kapelle. Der Raum zur Aufnahme des Allerheiligsten ist selbstverständlich sehr klein und mit Rubinen und Diamanten überzogen, die das Siegel des Werkes darstellen.

Diese Kapelle, die für eine einzige Person bestimmt war, ist von einem solchen aberwitzigen und schrillen Reichtum, wie er für einen neureichen Bauern typisch ist. Alle Wände sind mit Onyx aus Circeo überzogen, Säulen aus überaus kostbarem Marmor, wie etwa aus Afrika, der Boden geschmückt mit Mosaiken aus Halbedelsteinen wie Lapislazuli, Malachit, Achta, Porphyr und altem Marmor, den man jetzt kaum noch findet und der überaus teuer ist. Auf den Seitenwänden befinden sich 4 Reliefe aus Carraramarmor, das Tor aus vergoldeter Bronze ist und mit buntem Email verziert. Die Tribüne darunter hat ihren Zugang vom Privatzimmer Escrivás. Das Altar ist aus Carraramarmor und vergoldeter Bronze, das große Kruzifix aus Elfenbein. Der Altartisch ist ebenfalls aus Carraramarmor, mit Einlegearbeiten aus Gold und Platin; darüber befinden sich sechs alte Kandelaber aus Silber und fünf Schatullen aus Gold mit Emaille und kostbaren Steinen; der Baldachin ist aus rotem Porphyr und vergoldeter Bronze. Der Teil des Plafonds, der sich über dem Baldachin befindet, besteht aus einem Mosaik aus Gold und bunten Halbedelsteinen im byzantinischen Stil; der übrige Teil der Kapelle ist mit einer Kuppel überdacht, die mit vergoldeten Sternen und mit Marmor und Jaspis unterlegt ist. Die Szenen des Kreuzwegs sind aus Emaille und Silber gefertigt. 30 Engel aus Carrara, die durch das Oratorium flattern, geben Zeugnis für den haarsträubenden Geschmack Escrivás.

Ich beharre darauf: Diese Verschwendung von Mitteln, die in einer Zeit geschah, als man uns glauben machte, Escrivá hätte kein Geld, dienten ausschließlich dem persönlichen Gebrauch Escrivás. Stolz zeigte er die Kapelle seinen Besuchern, ein symptomatischer Beweis für die Egolatrie Escrivás: sein Familienwappen ist überall zu finden, zum Beispiel in den Kaseln, die er zur Messfeier verwendete, und sogar auf dem Kelch und auf der Patene. In der Mitte der Kapelle befindet sich ein einziger Stuhl, überzogen mit rotem Samt, mit einem Kissen aus goldenem Damast, die Rückenlehne aus vergoldeter Bronze. Und ein schauriges Detail: der Fußschemel ist ebenfalls aus Bronze.

Der gesamte Ornat wurde speziell für ihn aus Naturseide angefertigt, genäht mit Goldfaden, besetzt mit alten Perlen und Edelsteinen, das Cingulum aus Goldfaden, die Messgefäße aus Gold mit eindrucksvollen Gemmen, Kameen aus Achat und Emaille, das Kännchen und die Schale des Lavabos aus Gold, die Altardecke ebenfalls aus Goldfaden etc.

Es ist unmöglich, dass diese irrationale Verschwendung nicht Ausdruck der kranken Persönlichkeit dessen wäre, der sie konzipiert hätte. Alles, was ich hier beschrieben habe, habe ich selbst gesehen.


Das spanische Original dieses Textes ist verfügbar unter http://www.opuslibros.org/nuevaweb/modules.php?name=News&file=article&sid=7032.


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