Madurez: Anmerkungen. OD in Madrid 2018

Mittwoch, 23. Mai 2018

Florián berichtet, das das Werks in Madrid Geld für den Ankauf von Immobilien sammelt, in der Delegation ost (dlmE) ebenso wie in der im Westen (dlmO). Es ist eine Flucht nach vorne. Es gibt keine Berufungen, keine „neuen Gesichter“ in den Zentren, und es absurd zu glauben, dass sich diese neuen Räumlichkeiten füllen werden. Manchmal komme ich bei Moncloa vorbei; ich habe gesehn, was hier los, war, und ich sehe, was es heute hier gibt, bummfest zu, keine Bewohner. Die Colegios mayores sind Geschichte, und reden wir nicht mehr von Moncloa. Vorzeigeclubs wie Jara oder Altamira stehen leer, niemand wohnt mehr hier, oder sie sind übersiedelt, Jara beispielsweise an den Sitz des Pressebüros in Vitrubio. Argüelles und  Cea sind untergegangen. Und sie bauen sie an der Peripherie, wo die jungen Familien sind! Aber habt ihr eine Ahnung davon, wie eine junge Familie lebt, die nicht vom Opus ist? Das ist alles so absurd.

Immerhin, mit Montecarmelo und Las Tablas haben sie hier zwei Gymnasien. Damit, mit den beiden Schulen, hätten sie hier an sich ein Goldbergwerk. Nichts da. Ihr werdet schon sehen, wie sie euch davonlaufen, wenn ihr nicht auf Koedukation umsteigt. Das würde allerdings das Ende eurer Arbeit bedeuten. Tschüß, Willi. Was ist noch übrig? Fünf Gymnasien im Speckgürtel von Madrid, La Moraleja, Somosaguas Norte und Mirasierra, die sind alle ohne Öffentlichkeitsrecht. Los Olmos, Las Tablas, Valverde, Tajamar, Los Tilos, Senara..., baba, wenn ihr nicht das Öffentlichkeitsrecht habt, und das habt bekommt ihr nicht ohne Koedukation. Ihr könnt sie allerdings auch einführen. Ich sehe schon Marlies Kücking Hand in Hand mit Ramón Herrando zusammenarbeiten. Putzig.

In Montalbán, dem Flaggschiff der Studienzentren, gibt es acht Numerarier und ein paar „Externe“. Im Studienjahr 1976/77 gab es 120 Numerarier in diesem Heim, und die beiden anderen, Castel und Cham, gibt es nicht mehr. Ubi sunt? Ubi sunt, Ocáriz, niemand pfeift, keine Leute, viele gehen oder sterben, der Hahn ist abgedreht... Ubi sunt, Ocáriz und Ramón Herrando, wo sind die Zeiten, wo ihr mit dem Allerheiligsten Gründer durch Molinoviejo flaniertet, wie man in dem Sonderband „Zwei Monate Katechese“ sehen kann. Es freut mich nicht, das zu sehen, es ärgert mich nicht, es tut nur weh.

Ich sage, was ich immer sage: Ihr habt viele gute Leute weggeschickt, und ihr betrügt viele andere gute Leute, die noch dabei sind, die ich kenne und mit denen ich rede. Und drinnen geht es schlimm zu, viele psychische Störungen, viel Fanatismus... Ubi sunt..., ihr habt drinnen Leute, die viel Gutes tun und viel Gutes tun werden, aber ihr macht sie fertig. Mir habt ihr nicht allzu viel Schaden zugefügt, ich war schlau und habe meinen Ausstieg vorbereitet. Ich lese hier verstörende Fälle, und ich selbst habe Dinge in dieser Richtung erlebt. In jedem Fall ist es sehr mühsam, eure Prägung loszuwerden, im Guten wie im Schlechten, ich habe  mich dazu bereits geäußert.

Es hat mir nicht gefallen, wie ihr den polnischen Papst angeschleimt habt, ich habt ihm Zuneigung bis zum Überdruss geschenkt, aber es war heuchlerisch und machiavellistisch, denn ihr wolltet von ihm eine Heiligsprechung und die Prälatur, und mit Papst Franziskus habe ich ebenfalls meine Probleme, der euch die Rechnung präsentiert hat. Ubi sunt?  Ich denke dabei an jenes Sonett von Cervantes, bei dem mich das erste Quartett an Villa Tevere erinnert, das triumphalistische Mausoleum des Heiligen oder eines der verlassenen Studentenheime. Der letzte Vers gibt exakt wieder, was die Prälatur heute ist. Liebe Grüße!

„Beim lebendigen Jesus Christus, jedes Stück kostet mehr als eine Million, und es ist ein Jammer, dass all dies kein Jahrhundert halten wird, o großes Sevilla, triumphierend wie Rom, mutig und edel. „Ich möchte schwören, dass ein Seliger die Ewigkeit des Himmels verlässt, nur um heute hier zu sein“.  Das hörte ein Maulheld und sprach: „Es ist gewiss, was euer Gnaden sagen, Herr Soldat, und wer das Gegenteil sagt, lügt“. Und dann nahm er seinen Hut,  verlangte seinen Blick, schaute beiseite, ging und tat nichts.

Madurez