Andy : Brief an den Vater

4. Februar 2019

Guten Tag, Vater.

Ich bin mir sicher, dass Sie mein Brief erreicht, wenn ich ihn auf diesem Weg loswerde; Sie werden ihn lesen, oder jemand wird Ihnen darüber referieren. Auf einem anderen Weg wäre er vermutlich nicht zu Ihnen gelangt.

Ich lege Ihnen nahe, ORDNUNG IN DEN SAUSTALL ZU BRINGEN; das wäre im Interesse aller. Viele haben darüber geschrieben, dass in den Zentren jeder macht, was er will. Das reine Chaos. Wollen Sie wissen, was wir an den Weihnachtsfeiertagen gemmacht haben? NICHTS. Es war absolut langweilig. Man suchte Kompensationen, noch und noch. Es wäre interessant zu erfragen, wie viele Stunden wir vor dem Fernseher gesessen sind, allein oder „in der Familie“. Wie viele Filme, wie viele Serien angeschaut wurden. Was ist mit dem Apostolat? Wer kümmert sich um die anderen von Zuhause? Auch nur eine Stunde lang?

Wissen Sie, wie viel Zeit die Mitglieder mit dem Internet und mit ihrem Handy verbringen? Denken Sie einmal darüber nach, denn praktisch niemand hat einen Beruf. Wie ist es möglich, dass sie von halb neun in der Früh an Dummheiten auf Whatsapp herumschicken, absurde Videos,  Emoticons, Bilder, die nichts mit dem Apostoolat oder der Heiligung der Arbeit zu tun haben. Und so geht das bis zum Abend. Wenn früher die Reinigung der Kapelle abgeschlossen war, warteten die Leute vor dem Eingang, um einzutreten und sich ganz nach vorne zu setzen. Heute setzen sie sich ganz nach hinten, um sich mit dem Handy zu beschäftigen.

Wissen Sie, wie viel Zeit in den Zentren von St. Gabriel vergeudet wird? Es hat immer geheißen, ein Ausflug im Monat und ein Spaziergang in der Woche. Jetzt haben wir den täglichen Spaziergang, mehrere Stunden Fitness und jede Woche einen Ausflug. Am Wochenende verschwindet aus dem Zentrum, wer kann.

Wer leitet? Und wie? Wie kümmert man sich um die  Menschen? Kein Kommentar. Wenn Sie mir eine Anregung gestattten, dann veranstalten Sie eine Säuberung unter den Leitern, die nichts tun, die sich an ihre Position gewöhnt haben und die sich für kleine Götter halten. Sie richten viel Schaden an. Man müsste ihnen beibingen, was geistliche Leitung ist, denn die Mehrzahl von ihnen hat keinen Tau davon, und deshalb sind sie auch keine Hilfe für die anderen. 

Noch ein Vorschlag: Tilgen Sie mit der Wurzel die Gleichgültigkeit, den Mangel an Nächstenliebe, die Verweigerung des Gesprächs, grundlose Wut, die über Tage und Monate durchgehalten wird, die Doppelmoral und den Mangel an innerem Leben bei vielen, die in den Zentren leben. Wissen Sie, dass Ihre Priester in der Messe generell den Friedensgruß unterlassen? Man kann sich vorstellen warum. Es gibt so viele Aspekte unseres Geistes, die nicht gelebt werdenn – das sollte Sie kümmern.

Bitte denken Sie darüber nach, denn es kommt mir vor, dass wir die Orientierung verlieren, den Sinn unserer Berufung. Entweder wir ändern uns, oder wir gehen unter. Und ein Teil des Problems ist, dass es alle wissen, aber niemand einen Finger rührt. Warum ist das so?

Ich verabschiede mich von Ihnen und bitte den Heiligen Geist, dass er das kräftige Ruder in die Hand nimmt und uns in den sicheren Hafen steuert...

Andy