Madurez: Schlechte Zeiten für Heldenepen

(12. Juni 2019)

Nach 45 Jahres, von 1974 bis 2019, verlässt Ramón Herrando und Prat de la Riba nun die spanische Regionalkommission, Diego de León 14. Ich weiß nicht, ob er dort wohnen bleibt, aber 45 Jahre in diesem Haus, das ist bemerkenswert. Er leitete Studentenheime, die Delegation von Valladolid und war 45 Jahre Mitglied der Kommssion.  Dieser Mann hatte nie mit der Welt zu tun, weder beruflich an der Universität, noch als Priester in der Seelsorge. 1974 kam er nach Diego de León, damals lebte der Göttliche Gründer noch, er nahm an den Tertulias mit dem Heiligen im Hausflur und in den Wohnzimmern des Studienzentrums teil, eine Riesenstimmung war das.

Er hatte einen besonderen Humor, eine feine Ironie, er war ein Vollblutdirektor, und 1992 unterrichtete er Del Portillo davon, dass es bergab geht: In der Region hätten sich Lauheit und Mangel an Hingabe breitgemacht. Del Portillo sprang damals auf wie von der Tarantel gestochen, angesichts dieser Mitteilung seines Delegierten in der Erstgeborenen Region. Die Diagnose stimmte, aber man hätte sie anders formulieren müssen: Vater, den Leuten reicht es, ihr Leben bildet einen völligen Gegensatz zu dem normaler Menschen, und der Reaktor kann jeden Moment hochgehen. Portillo hatte eine zornige Unterredung mit allen örtlichen Räten von Madrid und drohte mit dem Jüngsten Gericht. An diesem Tag entschloss ich mich zu gehen; das war kein Vater, das war der Chef eines multinationalen Konzern, der in die Verlustzone rutscht.

Herrando, Herrando, Mitte der neunziger Jahre begann das Werk Schlagseite zu bekommen, Portillo starb,  Javi übernahm den Laden, und er war das gleiche Kaliber wie du - ihr habt nichts zustande gebracht. 2002 wurdest du Consiliarius, als Nachfolger von Don Tomás... und in diesen 17 Jahren ging das Werk kaputt, vor allem die Arbeit von St. Michael. Welche Gedanken sind dir durch den Kopf gegangen, als du dieses leere Gebäude wiedergesehen hast, mit kaum einem Dutzend Numerarier im Studienzentrum? Sicherlich denkst du gerne an jene Jahre voller Wein und Rosen zurück – obwohl, Wein war es weniger, denn Portilo hat uns trockengelegt, und die Rosen waren dornig.

Diese Jahre, 1974 bis 1985..., mit 120 Numerariern im Studienzentrum an den Standorten General Oraá 5 und 25, Castelló 55 und José Lázaro Galdeano sind gründlich vorbei. Tempi passati, Ramón... Die Tertulias mit dem Heiligen und dem Seligen und so vielen Jungen, die es nicht mehr gibt... Es waren die Zeiten von Florencio Sánchez Bella, dieser wunderbaren Kanaille, von der du so viel gelernt hast. Wirst du jetzt in ein Zentrum für Fossile gehen und sterben wie Antonio Prieto? Ein erbärmliches Leben, die Arbeit von Sankt Gabriel tot, und es gibt nur noch ein Privatgymnasium, wo man die Kids in den angeschlossenen Jugendclub drängt. Macht euch nichts vor, du und Javi, ihr habt die Erstgeborene Region kaputtgemacht; denk nur an die Katastrrophe der 500. Bye bye Lenin. Ignacio Barrera, wer soll das sein.

Nun, das war einmal ein Überschlag. Ramón, ich werde mich dir noch einmal widmen, dir, dem Heiligen und dem Seligen. Und da war ein Florencio, ein Tomás… Ubi sunt? Um einen anderen schlimmen Nazi werde ich mich noch annehmen: Rafa Solís. Oder jenen Ángel Morales, den Edelnumerarier und Superdirektor, der sich aus der Kommission zurückzog und draußen seine Triumphe feierte, ein toller Kerl, fein, brillant. Aber davon ein anderes Mal.

Madurez