Madurez: Es kann nicht funktionieren

(10.02.2020)

Sinrencordenada hat die Frage gestellt, wie es dem Werk in Spanien geht. Ich kann in etwa das Gleiche sagen, was ich meinen Schülern sage, wenn sie mich fragen, was ich von Stierkämpfen halte. Früher habe ich mich vehement gegen diese Tierquälerei ausgesprochen; jetzt sehe ich völlig leidenschaftslos, dass man dieses Phänomen gar nicht erst verbeten muss, weil es in einigen Jahren ganz von selbst verschwunden sein wird: Es gibt keinen Nachwuchs, keinen jungen Leute gehen zu den Corridas, und mit viel Geld wird der Betrieb noch aufrechterhalten. Wie beim Werk.

Du wolltest wissen, Sinrencordenada, wie es dem Werk geht: Es stirbt.  Es ist nur noch Geld da, alles andere ist weg. Die Clubs in Madrid, die eine reiche Tradition haben, bezeugen das: Jara, Altamira, Mizar, Llambria, Argüelles..., nichts mehr ist von der alten Herrlichkeit über. Die Studienzentren, die Studentenheime, es ist kein Stein auf dem andern geblieben...

Vor Kurzem nahm ich an einer Veranstaltung zu Bildungsfragen teil. Dort traf ich auf einige noch aktive Numerarier, die ich kenne, und Exdirektoren der Delegation und der Kommission. Es war ganz merkwürdig, alte Männer, fast alle schon mehr hinüber. Dann konnte ich unter vier Augen mit einem Numerarier aus meinem Jahrgang sprechen, und er bestätigte mir, was ich bereits gewusst hatte: Niemand pfeift, alles ist überaltert, Hunderte sind gegangen, die Zentren sind voll orientierungsloser Greise, die von den letzten vier Hardlinern, die sie noch haben, genervt werden... Es ist steil bergab gegangen, und jetzt geht nichts mehr, es ist vorbei. Wir haben es sehr schlecht gemacht. Er sagt mir, dass er noch dabei ist, weil er nicht weiß, wohin er gehen soll, er ist beruflich erfolgreich, verdient sein Geld, aber menschlich ist er vollkommen isoliert, er hat nichts, kennt niemanden, weiß nicht wohin. Ein Jammer. Ein großer Jammer. Und sie wissen, dass sie vielen Menschen einen Schaden zugefügt haben, den sie nie wieder gut machen können. Wir, die wir rechtzeitig gegangen sind, können das Panorama mit Mitleid betrachten, mit Abscheu, mit einem Lachen, mit Indifferenz..., und mit einer herzlichen Zuneigung zu bestimmten Personen, die noch drin sind.

Wenn einer gepfiffen hat, verschwindet er wieder; wenn es ein Supernumerarier ist, bleibt er vielleicht noch aus Trägheit. Das Werk ist auf Stand-by, lebend tot, ein Zombie. Es hat den Keim seiner Zerstörung in sich getragen, und es ist zerbrochen. Ich fühle etwas wie Wut, mehr Gleichgültigkeit, eine gewisse Befriedigung darüber, dass das Monströse wie angekündigt zugrunde geht, und viel Neugier. Sie haben mich Gutes und Böses gelehrt, den geschmeidigen Umgang und das Spiel in die eigene Tasche. Vielen Dank. Ich habe es kommen gesehen und bin rechtzeitig ausgestiegen. Von Zeit zu Zeit sehe ich jemanden von euch. Manche begrüßen mich herzlich, und das ist mir dann auch lieber, andere ignorieren mich, wie bei dem oben geschilderten Ereignis.

Wehe, die Gurus der Delegation sind alt geworden, gestrandet in Hortensia 1 oder in Riscal, verstrickt in absurde Beschäftigungen. Der Letzte möge das Licht ausmachen.

Madurez