Die Lage des Opus Dei in Österreich II: Robert Weber

 

16.03.2017

 

 Mit dem Datum 14. März 2017 gibt das Opus Dei die Ernennung des Priesters Robert Weber zum neuen Regionalvikar der Prälatur in Österreich bekannt. Die Nachricht wirft einige Fragen auf.

 

1. Wie geht es mit „Luki“ Juza weiter? Der Philosoph und Phinanzphachmann (was kann er besser?) hatte schon bisher einen spanischen Aufpasser und ist jetzt in Ungnade gefallen. Wird er jetzt „alten Weibern die Beichte hören“ (ein Lieblingswort unseres kleinen Lieblingsheiligen), oder wird er an einer Fakultät mit schlechter Nachrede in Rom dafür sorgen, dass man auch in Zukunft einigen Numerariern mit einem Doktorat in den Sattel helfen kann? Alles Gute, lieber Luki, und ich darf dir in diesem Augenblick den Rat zurückgeben, den du uns allen am Hochfest der Immaculata gegeben hast: „Übergeben wir uns ganz in die Hände der Gottesmutter!“

2. „Weber wurde am 21. Februar 1977 als jüngstes von sechs Kindern in Bregenz geboren und besuchte in Dornbirn die Schule. Dort lernte er schon als Jugendlicher das Opus Dei kennen, dessen Botschaft der Alltagsheiligung ihn nachhaltig prägte.“ Halt! Hat Robert Weber jetzt das Opus Dei „an der Schule“ oder „in Dornbirn“ kennengelernt? Sehr geehrte Frau Magistra Kummer, Sie haben jetzt einen Juristen als Chef, da müssen Sie schon exakter formulieren! Was für ein Skandal ist denn das, wenn der kleine Robert von seiner Mama, seinen Geschwistern oder vom Onkel Klaus nie etwas von dem Verein gehört haben sollte! Die Lauen will ich ausspeien, heißt es; DDr. Küng zieht über Land und Meer, um eine Seele für das Opus zu gewinnen, und dann überlässt er es dem Zufall, dass sein Neffe vom Gotteswerk erfährt!

3. „Qui tutto è Opus Dei“. Aus dem Ghetto in das Ghetto. Wenigstens hat er nicht mit 14 Jahren gepfiffen. "Weber ist begeisterter Tennisspieler und Skifahrer, spielt weiterhin Geige und ist ein passionierter Schachspieler." Lieber Robert, kannst du mir bitte verraten, wann du Geige übst? Du hast jetzt sicher sehr viel zu tun, wenn du die wöchentlichen Aussprachen von 400 Mitgliedern durchackern musst (sind bei den 400 die drei Ungarn und der Rumäne aus Bilbao schon mitgerechnet?). Also: In der Regionalkommission haben wir Putzzeit bis 11, dann hast du sicher deine Verpflichtungen, um eins sind Preces, Mittagessen, Besuch, Beisammensein (Why must Opus Dei members always have coffee after having visited the Holy Sacrament, hat mich Scott gefragt), und dann ist schon die Studierzeit am Nachmittag („Kleines Stillschweigen“ heißt das bei uns im Kloster), Abendessen, Beisammensein („Rekreation“ heißt das bei uns im Kloster) und Nachtzeit („Großes Stillschweigen“ heißt das bei uns im Kloster). Und deine Platicas, Predigten, Vorträge und Betrachtungen solltest du ja auch irgendwann vorbereiten, damit es dir nicht passiert wie bei Christian, der zur Einleitung betete „Durch das Zeichen des Kreuzes befreie uns der Herr von unseren Freunden“ (das Gebet wurde umfassend erhört) und dann 29 quälende Minuten um das Wortspiel eierte, das Werk sei ein Frachtschiff und kein Schlachtschiff.

4. Schachspielen geht gar nicht – das muss die Kummer von der Homepage wieder runternehmen. Unser Vater wollte keine Brettspiele, die sind Zeitvergeudung. Wenn du vor 22 Jahren gepfiffen hast, hast du so lange eben nicht Schach gespielt! Oder meinst du, du bist ein passionierter Schachspieler, in dem Sinn, wie ein Numerarier ein Laie ist? Junge, du stehst jetzt in der Auslage, da musst du dir das Lügen langsam verkneifen.

5. A propos Lügen: Das Opus Dei hat keine 92.600 Mitglieder. Ihr habt etwas über 2000 Priester, und die anderen gehören nicht dazu. Außerdem weißt du sehr gut, dass sich 80% der Berufungen verabschiedet haben.

6. Was du nicht wissen kannst, Robert, denn da warst du noch gar nicht auf der Welt: 1957 haben deine älteren Brüder Kardinal Franz König ganz lustig gelinkt („santos y pillos“, hat Vater Unser im Himmel gesagt). Sie haben ihm Joaquín Francés, den Priester und Turmspringer, vorgestellt; und wenn man aus einem Kaff bei St. Pölten stammt, kann einen ein Sport-Champion aus Spanien schon schwer beeindrucken! Aber natürlich war nicht gedacht, dass der Athlet in Österreich bleibt; wir machen das immer so, wenn wir jemanden anlocken wollen. Dein Namensvetter hat mir einen Satz auf Tschechisch beigebracht, und dann habe ich Johannes Paul II. (damals war der Papst noch von zuhause) vorgespielt, dass ich ein tschechischer Numerarier sei. Und genau denselben JoPa wollte Kardinal König nicht desavouieren, und er ist gestorben, ohne laut gesagt zu haben, wofür er das OD wirklich hält. Zeugnisse darüber liegen vor, du brauchst nur zu klicken.

 

7. Alle Gute, lieber Robert. Mach deine Arbeit ordentlich und gewissenhaft. Rechne jederzeit mit meiner scharfen Kritik, denn das sogenannte „Opus Dei“ ist ein obszöner Betrug an der Kirche und an den Menschen, da könnt ihr noch so viele Bischöfe auf einen kleinen Urlaub und noch so viele Journalistinnen auf ein köstliches Dinner einladen. Es ist eine Sauerei, was ihr da treibt, denn ihr habt Jesus von Nazareth an das Geld verraten, und jetzt seid ihr gerade dabei Papst Franziskus den Judaskuss zu reichen. Du tust mir leid, weil du da etwas sehr Schlechtes tust, und je höher du hinaufrutscht, desto schlimmer wird es. Ich hoffe, du tust es wenigstens ab und zu mit schlechtem Gewissen. Charakter hast du ja, denn es war dir sehr peinlich, als ich dich an meinem Klingelbrett erwischte, weil die feige Sekte wissen wollte, wo ich wohne, und dich hingeschickt hat. Vielleicht sollten wir beide noch einmal die Worte unseres Vaters zur Betrachtung hernehmen: "Du fragst herum und horchst aus, du bist ein Schnüffler und Schleicher. Schämst du dich nicht, bis in deine Fehler hinein so wenig Mann zu sein? − Sei männlich und vertausche deine Sucht, alles über die anderen zu erfahren, mit dem Wunsch und der Wirklichkeit wahrer Selbsterkenntnis."

 

Dietmar Scharmitzer